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Meldungen

Hier finden Sie die Meldungen aus dem Bereich des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes.


Deutsches Krisenmanagement Know-how für China

Bei Katastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben und Taifunen sind sie mit für die Sicherheit von über einer Milliarde Menschen verantwortlich: die 47 Bürgermeister und Vizebürgermeister, die jetzt zur Ausbildung in Ahrweiler sind. Die Dozenten der BBK-eigenen Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz unterrichten die Gäste aus Fernost über das Krisenmanagementsystem in Deutschland. Risikoanalyse, Katastrophenalarmplanung, Anlegen und Durchführen von Übungen und Krisenkommunikation stehen auf dem Lehrplan bei diesem deutsch-chinesischen Projekt.

Das Projekt „Katastrophenrisikomanagement in der Volksrepublik China“ mit einem Finanzvolumen von sechs Millionen Euro (je drei Millionen China und BRD) ist auf drei Jahre angelegt und wird von den beiden Behörden Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit mbH (GTZ) durchgeführt.

„Wir sind stolz darauf, bei der Verbesserung des Bevölkerungsschutzes in China unterstützen zu können. Ich sehe darin eine Anerkennung des deutschen Bevölkerungsschutzes und seines Ausbildungssystems, bei dem das BBK mit seiner Akademie eine wichtige Rolle spielt“, erklärte Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes. „Gleichzeitig sehen wir hierin auch eine besondere und neue Herausforderung für das BBK, das sich zunehmend neben seiner Zentralstellenfunktion im nationalen Bevölkerungsschutz auch aktiver Partner in der internationalen Katastrophenhilfe wird“, so Unger.

Nach dem verheerenden Erdbeben 2008 in der chinesischen Provinz Sichuan, bei dem rund 56.000 Menschen ihr Leben ließen und 5,8 Millionen Menschen obdachlos wurden, hat der chinesische Premierminister Wen Jiabao im Januar 2009 die Bundeskanzlerin angesprochen und um Unterstützung gebeten. Bereits im März schlossen die GTZ und die Nationale Verwaltungsschule Chinas (CNSA) eine entsprechende Vereinbarung.

Auf der Grundlage der feierlich in Peking getroffenen Vereinbarung werden die beiden deutschen Bevölkerungsschutzbehörden BBK und THW bis zu zweihundert chinesische Dozenten der Verwaltungsschulen und Führungskräfte ausbilden. Darüber hinaus werden deutsche Experten auch an chinesischen Verwaltungsschulen Schulungen durchführen.

Das BBK gewährleistet dabei die Umsetzung folgender Ziele:

  • Ausbildung von hohen Verwaltungsbeamten sowie von Multiplikatoren der Nationalen Verwaltungsschule in China (CNSA),
  • Unterstützung beim Aufbau des zu errichtenden Nationalen Institutes für Notfall-Management und der Provinzverwaltungsschulen,
  • Erstellung von Curricula für die Ausbildung politisch-administrativer Verantwortungsträger,
  • Beratung des Executive Offices beim Staatsrat sowie der CNSA und der Verwaltungsschulen in den Provinzen beim Aufbau von politisch-administrativen Führungsstrukturen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nimmt gemeinsam mit der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) als Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern (BMI) Aufgaben im Bevölkerungsschutz und in der Katastrophenhilfe wahr. Beide Behörden unterstützen das BMI und die fachlich zuständigen obersten Bundesbehörden. Das Projekt „Katastrophenrisikomanagement in der Volksrepublik China“ soll einen Anstoß geben, das System des Katastrophenschutzes in China nachhaltig zu verbessern. Es ist der Beginn des fachlichen Austausches zwischen dem BBK und den chinesischen Partnern.

Datum
17.09.2009
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